Kraftaufbau für den Masseur – warum ist das so wichtig?
Wie kann ich Kraft für die Massage aufbauen, und gleichzeitig etwas Gutes für mich tun? Genau damit beschäftigen wir uns in diesem Beitrag. Denn neben der Verbesserung des Krafteinsatzes und der Optimierung der Massagetechnik geht es auch darum, die Hände nicht zu stark zu belasten. Denn mit Überbel
Wie kann ich Kraft für die Massage aufbauen, und gleichzeitig etwas Gutes für mich tun?
Genau damit beschäftigen wir uns in diesem Beitrag. Denn neben der Verbesserung des Krafteinsatzes und der Optimierung der Massagetechnik geht es auch darum, die Hände nicht zu stark zu belasten. Denn mit Überbelastung riskiert man Verletzungen – Stichwort „Sehnenscheidenentzündung“ oder allgemeine Ermüdungserscheinungen.
Auch KundInnen und PatientInnen profitieren vom Kraftaufbau, denn vor allem bei kräftigen Massagen erfahren diese so mehr Druck.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie eine regelmäßige Aufwärm- und Kraftaufbauroutine sowohl vor als auch nach einer Massage aussehen könnte. Schauen Sie sich dazu am besten parallel unser Video-Tutorial an, wo wir die Übungen für Sie veranschaulichen.
Anleitung: Kraftaufbau und Aufwärmübungen
Schritt 1
Wir beginnen mit dem Auflockern und Aufschütteln unserer Hände. Halten Sie dazu Ihre Arme leicht von Ihrem Körper entfernt, schütteln Sie Ihre Hände und lockern Sie sie damit großzügig auf. Bauen Sie dabei langsam Tempo auf. Das Auflockern regt die Durchblutung an – die perfekte Aufwärmung also.
Schritt 2
Die folgende Übung nennen wir „Beten“. Pressen Sie Ihre Hände dabei wie zu einem Gebet vor Ihrem Brustkorb zusammen. Bauen Sie beim Zusammenpressen der Hände langsam Druck auf. Der Fokus des Druckaufbaus sollte dabei vor allem auf den Handballen liegen. Halten Sie diese Position 10 Sekunden und lassen Sie dann langsam im Druck nach. Atmen Sie einmal kräftig durch und bauen Sie langsam wieder den Druck auf. Wiederholen Sie diese Übung fünfmal. Die Übung können Sie selbstverständlich entsprechend Ihrer Fähigkeiten auch länger halten oder noch kräftiger Druck aufbauen. Richten Sie sich nach Ihrem Gefühl und passen Sie entsprechend an.
Schritt 3
Nach dieser Übung können Sie Ihre Hände wieder großzügig schütteln und lockern
Schritt 4
Diese Übung beinhaltet wieder den Aufbau von Druck. Diesmal liegt der Fokus aber auf den Fingern und Daumen. Orientieren Sie sich an der Übung von Schritt 2, mit dem Unterschied, dass sich hier im Gebet nicht Ihre Handflächen berühren, sondern lediglich Ihre Finger aufeinanderliegen. So berühren sich die Finger der rechten Hand jeweils mit den Fingern der linken Hand. Bauen Sie nun ebenfalls im Wechselspiel Druck auf und lassen Sie wieder nach.
Schritt 5
Haben Sie diese Übung und den Druckaufbau beendet, dann lockern Sie die Finger anschließend wieder leicht auf.
Schritt 6
Die nächste Übung nennen wir den „Daumenstretch“ und nehmen dabei eine leichte Dehnung entlang des Daumens vor. Stretchen Sie den Daumen auf keinen Fall ruckartig, sondern langsam und sanft. Lösen Sie den Druck zwischendurch und bauen Sie ihn behutsam wieder auf. Sie werden vielleicht bemerken, dass eine Seite etwas mehr als die andere zieht. Das zeigt Ihnen in der Regel, wo die Verspannung am stärksten ist. Die verspanntere Seite können Sie dabei ruhig etwas mehr dehnen als die andere. Aber machen Sie auch dies behutsam.
Schritt 7
Nun folgt der Daumenstretch Nr. 2 – Legen Sie dazu Ihre Daumen in die Faust. Schließen Sie die Faust und üben Sie mit Ihren Fingern etwas Druck auf, sodass Sie einen Stretch am langen Ende entlang der Arminnenseite spüren. Jeweils dehnen und wieder auflösen.
Schritt 8
Ziehen Sie Ihre Finger einzeln und ganz leicht lang, sodass eine Dehnung entsteht. Der Zweck der Übung: Durch den Zug an den Fingern entsteht etwas mehr Raum zwischen den Fingergelenken. Dadurch kann zwischen die Gelenke wieder mehr Gelenkflüssigkeit gelangen. Das tut vor allem auch nach längeren und kräftigeren Massagen gut.
Schritt 9
Wir neigen uns mit Handgelenk-Kreisungen dem Ende der Routine zu. Lassen Sie Ihre Handgelenke kreisen. Fangen Sie langsam an und steigern Sie das Tempo zum Ende hin etwas. Sie können Ihre Hände dabei zu einer Faust machen oder Hände geöffnet lassen. Auch können Sie die Richtung der Kreisungen zwischendurch wechseln. Ganz nach Ihrer Präferenz. Diese Übung „schmiert“ das Handgelenk (Stichwort Gelenkflüssigkeit).
Schritt 10
Falten Sie Ihre Finger ineinander und ziehen Sie sie dabei auseinander. Bauen Sie dabei abwechselnd leichten Zug auf die Fingergelenke auf.
Schritt 11
Die nächste Übung ist eine Hand- und Armdehnung beider Seiten. Wir platzieren dazu die Hand weg von uns und bauen die ganze Länge entlang einen Zug auf. Einmal in beide Richtungen, zwischendurch den Arm rotieren.
Strecken Sie dabei jeweils einen Arm parallel zum Boden nach vorne hin aus. Ihre Handrückseite sollte dabei zur Decke und Ihr Daumen nach innen zeigen. Drücken Sie Ihre ausgestreckte Hand nun mit der anderen „freien“ Hand zu sich hin bzw. nach unten. Machen Sie dies, bis Sie eine Dehnung spüren. Wichtig: Eine Dehnung und Schmerz sind nicht dasselbe. Sie sollten nie bis zum Schmerz dehnen, sondern so, dass Sie einen Zug spüren.
Halten Sie diese Dehnung für bis zu 30 Sekunden. Danach wiederholen Sie die Übung an Ihrem anderen Arm.
Anschließend wiederholen Sie die Übung. Allerdings jetzt so, dass Ihre Handfläche nach oben zur Decke und Ihr Daumen nach außen zeigt. Mit der anderen Hand drücken Sie so Ihre Handfläche in Richtung Boden bzw. in Richtung Ihres Körpers. Halten Sie auch hier die Dehnung und wiederholen Sie diese am anderen Arm.
Schritt 12
Schütteln Sie Ihre Hände abschließend noch mal gut durch. Sie sollten dabei eine gute Durchblutung Ihrer Hände feststellen. Es kann sogar passieren, dass sie leicht zu kribbeln anfangen.
Gerade für Beginner*innen und Berufseinsteiger*innen empfehlen wir diese Übungen morgens und abends, sodass nach und nach ein Kraftaufbau und eine Gewöhnung an die neue Tätigkeit stattfindet. Aber auch geübten Masseuren und Masseurinnen schadet es nicht, die Gelenke durch die Übungen geschmeidig zu halten und vor allem durch das Aufwärmen Verletzungen zu vermeiden.
Falls Sie das noch nicht gemacht haben, dann bauen Sie diese Übungen doch mal in Ihre tägliche Routine ein – Sie werden mit Sicherheit einen Unterschied feststellen.
Kraft und Technik hängen zusammen: Wer die Griffe sauber führt, braucht weniger Kraft und schont die Gelenke. Genau darauf ist die Massageausbildung aufgebaut.